Vor- und Nachteile von Bleiakkus
Der erste Bleiakku wurde 1850 entwickelt. Daher haben Bleiakkumulatoren eine lange Entwicklungsgeschichte. Nichts desto trotz kann sich der Bleiakku auch heute noch gegenüber anderen (moderneren) Akkutypen behaupten. So ist der Bleiakku als Starterbatterie noch in fast jedem Auto, LKW, Schiff, U-Boot etc. wieder zu finden. Welche Vor- und Nachteile ein Bleiakku anderen Akkutypen gegenüber hat, soll in diesem Artikel geklärt werden.
Bleiakku - Grundlagen
Der Bleiakku besteht an seinem positiven Pol (+Pol) aus einem Bleioxid und an seiner negativen Seite (-Pol) aus einem so genannten Bleischwamm. Zwischen den Polen befindet sich als Elektrolyt eine 36-38%ige Schwefelsäure oder im Fall eines geschlossenen Bleiakkus ein festgelegtes Elektrolyt. Jede Akkuzelle liefert beim Bleiakku nominal 2V. In der Praxis variiert die Spannung zwischen etwa 1,8V und 2,4V in ungeladenem bzw. geladenem Zustand. Da also jede Zelle nur 2Volt liefern kann befinden sich in jeder 12V Autobatterie 6 Zellen die in Reihe (also hintereinander) geschaltet wurden um die entsprechende Spannung liefern zu können.
Ein Bleiakku VerbundBei den klassischen (nicht geschlossenen) Bleiakkus sollte man aufpassen, dass man nicht mit der Schwefelsäure in Berührung kommt, da sie starke Verätzungen auf der Haut, Kleidung (frisst wirklich Löcher), (Auto)Lacken usw. verursacht. Bei Berührung mit der Säure unbedingt die betroffenen Stellen sofort mit viel Wasser großflächig abwaschen um schlimmeres zu vermeiden! Außerdem muss das Elektrolyt, also die Schwefelsäure ab und an mit demineralisiertem Wasser aufgefüllt werden, da durch ausgasen und Verdunstung ansonsten keine optimale Leitfähigkeit mehr gewährleistet ist. Dies kann bei Austrocknung bis zur Zerstörung des Akkus gehen.
Bei geschlossenen Bleiakkus ist keine Wartung mehr nötig, da hier im Prinzip keine Verdunstung mehr möglich ist. Geschlossene Bleiakkus haben nur ein Überdruckventil, das verhindert, dass ein zu hoher Druck im inneren durch Gasungsprozesse entstehen kann.
Bleiakkus - Vorteile
Ein Vorteil von Bleiakkus ist die Möglichkeit kurzfristig sehr hohe Ströme liefern zu können, was zum Beispiel beim Anlassen von Verbrennungsmotoren sehr wichtig ist, da hier sehr hohe Ampere Werte kurzfristig erreicht werden können. Darüber hinaus bietet der Bleiakku ein gutes Preisleistungsverhältnis und ist bei entsprechender Wartung und Pflege sehr zuverlässig.
Bleiakkus - Nachteile
Nachteilig ist bei Bleiakkus vor allem die, im Gegensatz zu anderen Akkutypen, niedrige Energiedichte. Das heißt, der Bleiakku liefert nur relativ wenig (11MJ/kg) Energie auf sein Volumen bezogen. Im Vergleich zum Beispiel mit einem NiMH Akku ist das nur etwa ein Drittel dessen was dieser liefern kann.
Außerdem kann ein klassischer Bleiakku technisch bedingt nicht in seitlicher Lage oder kopfüber eingesetzt werden. Geschlossene Bleiakkus können zumindest bedingt in seitlicher Lage betrieben werden, da das Elektrolyt hier festgelegt ist.
Bleiakku - Lebensdauer
Die Haltbarkeit von Bleiakkus liegt bei einem ständigen Gebrauch etwa bei 4-8 Jahren. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten recht viel getan. So konnte man noch in den 90er Jahren davon ausgehen spätestens alle 2-4 Jahre eine neue Starterbatterie für das Auto anschaffen zu müssen.
Unser Fazit
Der klassische (offene) Bleiakku ist doch im Bereich der Privatanwendung (sprich KFZ) mittlerweile eher selten geworden und wurde immer mehr durch die geschlossenen Akkus aufgrund ihrer Wartungsfreiheit ersetzt, findet sich aber durchaus noch in industriellen Anlagen (Notbeleuchtungen) etc.
Im Prinzip gibt es als Starterbatterie im KFZ auch keine Alternative zum Bleiakku. Und bei sonstigen Spezialanwendungen (USV, Notbeleuchtung etc.) hat man sowieso kaum eine Auswahl, da hier die Hersteller die Vorgabe des Akkutyps machen.
Welche Entwicklung der Bleiakku in Zukunft machen wird, bleibt sicherlich abzuwarten. Eine ersetzende Alternative zum Bleiakku ist zur Zeit allerdings nicht in Sicht. Daher wird uns der Bleiakku in Form der Autobatterie sicherlich noch viele Jahre erhalten bleiben.
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Wenn Sie den Akku längere Zeit nicht verwendet haben, bewahren Sie ihn kühl und trocken auf, um die Reaktionsgeschwindigkeit der Selbstpassivierung zu vermeiden.
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