Warum sollte eine Lithium Batterie nicht immer voll sein?
Ich bin kein Chemiker, sondern ein praxisorientierter Nutzer, der sich aus allen möglichen Quellen bedient und versucht, eine für den Endverbraucher praxistaugliche Lösung zu stricken. Leider geben viele Hersteller keine fundierten Angaben heraus – weder zum Betrieb noch zur Lagerung der Batterien. Auch passende Ladegeräte, die einen Lagermodus für Lithium Batterien bieten, gibt es bis heute nur wenige. Nimmt man den Schnitt aller Meinungen, inklusive der Batterie Hersteller wie Winston, dann ergibt sich Folgendes:
Beim Laden einer Lithium Batterie steigt der Druck in der Zelle mit steigender Spannung. Hohe Spannungen, also hohe Ladezustände, sorgen in der Batterie für schnellere Alterung und letztendlich zu verfrühtem Kapazitätsverlust.
Je weniger lang die Batterie also bei 100% Ladezustand gehalten wird, desto besser ist es für die Lithium Zellen. Es spricht nichts dagegen, die Batterie während der Fahrt mit dem Booster voll aufzuladen, um dann danach ein paar Tage ohne Nachladen das Wohnmobil mit Strom versorgen zu können. Eine Woche Campingurlaub auf dem Campingplatz mit angeschlossenem Landstrom und eingeschaltetem Ladegerät sind dagegen weniger optimal.
Laptops, E-Autos usw. sollte man auch nicht voll Lagern
Dass Lithium Batterien nicht immer voll aufgeladen gelagert werden sollen, hat man auch in anderen Branchen schon erkannt. Hier ein paar Beispiele, die mir auf die Schnelle einfallen:
Laptop Akkus: Lenovo hat spezielle Ladeprofile, mit denen der Akku nur zu einem gewissen Prozentsatz geladen wird, wenn man zum Beispiel nicht immer die volle Kapazität nutzen will. Wird der Akku lange am Netz betrieben, kann eingestellt werden, dass der Akku nur noch bei 50% Ladezustand gehalten wird. Das soll die Lebensdauer der Zellen laut Lenovo deutlich verlängern.
Ebikes: Auch verweisen einige Hersteller darauf, dass die Akkus im Winter nicht ganz voll gelagert werden sollen.
E-Autos – sicher nicht ohne Grund machen sich die Hersteller die Mühe, spezielle Steuerungen zu entwickeln, die es dem Nutzer ermöglichen, den Zeitpunkt der Vollladung des Akkus zu bestimmen. Bei Tesla kann man per App einstellen, wie voll der Akku zu einer bestimmten Abfahrtszeit sein soll. Der Wagen berechnet dann den Ladestrom so, dass genau zu dem Zeitpunkt der gewünschte Ladezustand erreicht wird. So wird vermieden, dass der Akku unnötig lange bei 100% Ladezustand gehalten wird.
All dieser Aufwand wäre nicht nötig, wenn es bedenkenlos möglich wäre, den Akku zu 100% voll zu lagern. Denn Strom wiegt nichts, es wäre also für den Nutzer nicht von Nachteil, wenn man immer einen vollen Akku hätte, auch wenn man ihn gerade nicht braucht.
Auch Wikipedia schreibt, dass es ein voller Ladezustand, neben hohen Temperaturen, der Lebensdauer der Akkus nicht zuträglich ist.
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Wenn Sie den Akku längere Zeit nicht verwendet haben, bewahren Sie ihn kühl und trocken auf, um die Reaktionsgeschwindigkeit der Selbstpassivierung zu vermeiden.
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